Tradition und Alltag in der ältesten Tuchfabrik Deutschlands
Wenn man eine Fabrik betritt, die seit dem Jahr 1644 existiert, könnte man erwarten, dass sich alles um die fast 400 Jahre alte Geschichte dreht.
Doch für Herrn Mehler ist es vor allem eins: Alltag.
„Ich gehe hier nicht rein und denke: Das sind besondere Mauern. Es ist ein ganz normales Tagesgeschäft.“

Der Alltag in der Tuchfabrik Mehler ist also kein Blick zurück, sondern konzentriert sich auf das, was dort Tag für Tag entsteht. Der tägliche Rhythmus des Betriebes entsteht aus vielen kleinen Entscheidungen, eingespielten Abläufen und dem Anspruch, genau das zu produzieren, was gebraucht wird. Die Geschichte ist natürlich präsent, bleibt aber meist im Hintergrund und gibt dem täglichen Arbeiten seinen Rahmen.
Langfristiges Denken statt schneller Gewinnmaximierung
Das beschreibt die Philosophie des Unternehmens sehr treffend. Es geht nicht um schnelle Ergebnisse, sondern um lange Zeiträume. Wenn investiert wird, steht nicht im Vordergrund, wie schnell sich etwas rechnet, sondern ob es auch in vielen Jahren noch sinnvoll ist.
Gewinne bleiben im Unternehmen und auch innerhalb der Familie gilt: Wer mitarbeitet, kann davon leben. Die Herkunft allein reicht aber nicht.
“Man versteht sich nicht als Besitzer, sondern als Verwalter, der Verantwortung übernimmt und das Unternehmen weitergibt.”
Vielleicht ist genau das der Grund, warum es diesen Betrieb bis heute gibt.
Wie Wollstoffe bei Mehler entstehen
Bei Mehler entsteht der Stoff komplett im eigenen Haus, vom Anfang bis zum fertigen Produkt. Das macht vieles einfacher und gleichzeitig besonders.
So kann man flexibel reagieren und auf individuelle Wünsche eingehen. Wenn etwas technisch möglich ist, wird versucht, es auch umzusetzen.
Jeder Bereich arbeitet dabei auf seine eigene Weise. Manche Schritte brauchen Erfahrung und ein gutes Gefühl, andere sind stark technisch geprägt. Am Ende greift alles ineinander.

Wolle als Rohstoff: Auswahl, Qualität und Eigenschaften
Wolle ist ein Naturmaterial und genau das macht sie so besonders.Sie ist nicht immer gleich. Sie verändert sich je nach Herkunft, Klima und Futter.
Deshalb wird ein Stoff meist nicht aus nur einer Wolle hergestellt. Verschiedene Qualitäten werden kombiniert, damit am Ende gleichmäßige Ergebnisse entstehen.
Es gibt sehr feine Wollen, die extrem weich und angenehm sind, oder Robustere, die besonders widerstandsfähig sind. Welche verwendet werden, hängt davon ab, wofür der Stoff am Ende gedacht ist.

Die Geschichte der Tuchfabrik Mehler: Werte und Verantwortung seit 1644
Ein prägender Teil der langen Geschichte der Fabrik ist auch das Jahr 1942, denn in dieser Zeit wurde der Betrieb geschlossen.
„Man wusste, was nebenan geschah.“ Geprägt von einem klaren eigenen Werteverständnis und einer Haltung, die nicht mit dem System vereinbar war, gab es kritische Äußerungen gegenüber dem NS-Regime, und Missstände wurden offen angesprochen.
Die damaligen Geschäftsführer, vier Brüder, gerieten dadurch ins Visier der Gestapo und zogen sich für einige Zeit zurück. Im Jahr 1946 wurde die Arbeit im Betrieb dann wieder aufgenommen.
Die Erfahrungen prägen das Unternehmen bis heute und zeigen sich in der Art, wie gearbeitet wird, verantwortungsvoll, partnerschaftlich und mit dem Anspruch, gemeinsam erfolgreich zu sein.
Wollstoffe im Möbeldesign: Einsatz in Sesseln und Sofas
Die Stoffe von Mehler werden in vielen Bereichen verwendet. Besonders spannend wird es dort, wo man sie täglich spürt, zum Beispiel auf unseren Möbeln.
Wenn solch ein hochwertiger Wollstoff von Mehler auf einen unserer Sessel oder Sofas trifft, entsteht etwas sehr Ruhiges und Beständiges. Material und Design passen gut zusammen, weil beide für Qualität und Langlebigkeit stehen.
Guinness Weltrekord und besondere Projekte der Tuchfabrik Mehler
Ein besonderes Ereignis war der Guinness Weltrekord im Jahr 1999.
Damals wurde in nur einer Stunde und zwei Minuten aus einem Schaf ein fertiger Anzug hergestellt. Das gesamte Projekt war technisch und organisatorisch sehr aufwendig.
Trotzdem sagt man heute ganz klar: Für den Alltag und das Geschäft zählen andere Dinge, vor allem Qualität und Verlässlichkeit.
Auch bei Projekten wie dem Film The Grand Budapest Hotel ging es vor allem darum, genau das umzusetzen, was gebraucht wurde. Dass diese Arbeit am Ende sogar mit dem Oscar für das beste Kostümdesign gewürdigt wurde, zeigt, wie wichtig das Material für ein gelungenes Ergebnis ist.
Qualitätsmerkmale von Wollstoffen: Natürlichkeit und Langlebigkeit
Wolle ist generell ein nachwachsender Rohstoff mit einer besonderen Qualität, die man sehen und fühlen kann.
“Unsere Stoffe werden so natürlich wie möglich verarbeitet.”
Viele der Schritte funktionieren rein mechanisch, also durch Bewegung, Druck und Wärme.

Chemie wird nur dort eingesetzt, wo sie notwendig ist, zum Beispiel beim Färben. Dabei wird weiterhin darauf geachtet, dass alles so schonend wie möglich passiert.

Färben mit Naturfarben ist grundsätzlich möglich, bringt jedoch Einschränkungen mit sich, Naturfarben sind oft schwer reproduzierbar und weniger intensiv. Reine naturbelassene Farbtöne, von Beige bis Dunkelbraun, die aus ungefärbter Wolle entstehen, sind dabei selbstverständlich genauso haltbar und langlebig wie chemisch gefärbte Stoffe.
Entscheidend ist am Ende die individuelle Vorliebe und das, was sich langfristig gut anfühlt.
Bei Sternzeit Design
Die Zusammenarbeit mit Partnern wie der Tuchfabrik Mehler ist für uns kein Zufall, sondern Teil unseres Anspruchs, Qualität, Langlebigkeit und ehrliches Handwerk in jedem einzelnen Möbelstück spürbar zu machen.
Die Wollstoffe der Tuchfabrik Mehler sind eine bewusste Entscheidung auf unseren Möbeln und wir freuen uns auf viele weitere Jahre der Zusammenarbeit, Dankeschön!

Hier gibt es mehr zur Tuchfabrik Mehler und hier findet ihr unsere Möbel aus Wolle.
Häufige Fragen zur Tuchfabrik Mehler und ihren Wollstoffen
Was ist die Tuchfabrik Mehler?
Die Tuchfabrik Mehler ist die älteste noch produzierende Tuchfabrik Deutschlands. Seit 1644 werden dort Stoffe hergestellt, heute in der 11. Generation.
Was machen Wollstoffe von Mehler besonders?
Die Stoffe zeichnen sich durch natürliche Verarbeitung, langlebige Qualität und eine vollstufige Produktion aus, vom Rohstoff bis zum fertigen Gewebe.
Woher kommt die Wolle für die Stoffe?
Die Wolle stammt aus verschiedenen Regionen weltweit, unter anderem aus Australien, Südamerika und Europa, und wird je nach Verwendungszweck ausgewählt.
Warum wird Wolle statt synthetischer Stoffe verwendet?
Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff, temperaturregulierend, langlebig und besitzt Eigenschaften, die synthetische Materialien nicht vollständig nachahmen können.
Werden die Stoffe chemisch behandelt?
Die Verarbeitung erfolgt größtenteils mechanisch. Chemie wird nur minimal und gezielt eingesetzt, etwa beim Färben, und anschließend wieder ausgewaschen.
Wo werden die Stoffe eingesetzt?
Neben Bekleidung finden die Stoffe auch Anwendung im Möbeldesign, beispielsweise bei Polsterungen von Sesseln und Sofas von Sternzeit Design.














